Kettenschaltung richtig einstellen

Während der Fahrt wird die Kette durch seitliches Schwenken auf unterschiedlich große Ritzel bzw. Kettenblätter umdirigiert. Dadurch ändert sich die Übersetzung, und pro Kurbelumdrehung wird mehr oder weniger Wegstrecke zurückgelegt.

Größere Kettenblätter oder kleinere Ritzel erhöhen die Übersetzung - gut für Rückenwind oder Bergabfahrten; kleinere Kettenblätter und größere Ritzel verringern sie bequemerweise für Bergauffahrten.
Beim vorderen Umwerfer besorgt eine Schaltgabel den seitlichen Schwenk, beim hinteren Schaltwerk eine sogenannte "Schaltschwinge", die zugleich den Längenausgleich der Kette regelt - kleinere Ritzel und Kettenblätter benötigen weniger Kettenlänge als große.

a) Schaltung einstellen

Da hilft die teuerste XTR-Schaltung nichts: Ohne exakte Einstellung kracht es im Getriebe.

b) Vorher prüfen

7 Bedingungen, die stimmen müssen, bevor das Getriebe exakt justiert werden kann:

  • Das Beste zuerst:
    Für den kompletten Schaltungs-Check genügt eine minimale Werkzeug -Ausstattung, die wirklich jeder Biker besitzt. Bei Shimano reichen 5er-Inbus und ein Kreuzschlitz- schraubendreher. SRAM- (Grip Shift-) Teile erfordern zusätzliche Inbus-Größen (SRAM: 2/6 mm; ESP: 3 mm).
  • Mit perfekten Gangwechseln klappt es nie, wenn die Kette ausgeleiert und die Zahnkränze verschlissen sind.
  • Die Kette knackt in regelmäßigen Abständen? Drehen sie die Pedale rückwärts und betrachten sie die Kette, wie sie sich durch das Schaltwerk windet. Ist vielleicht ein Ketten- glied schlecht beweglich oder klemmt sogar? - Dann sollte sich dies ein Fachmann ansehen.

Unser Tipp!

Gehen Sie zu Ihrem ZEG-Fachmann, denn der verfügt über spezielle Messgeräte, um den Verschleiß zu ermitteln. Meistens ist es notwendig, beim Tauschen der Kette auch das Ritzelpaket zu erneuern. Die vorderen Kettenblätter müssen - je nach Verschleiß - gegebenenfalls auch ersetzt werden.

  • Jetzt (mit der Kette auf dem kleinen Blatt) wird der Schaltzug auf Spannung festgeklemmt. Auch in der Stellung "kleines Blatt" ("Low", 1) muss der Zug leicht gespannt sein. Dazu dreht man die Einstellschraube am linken Schalthebel heraus.
  • Das ist Aufgabe der Bike-Hersteller: Innenlager und Kurbeln so zu wählen, dass die Kettenlinie stimmt. Wenn vorn das große Kettenblatt und hinten das dritte Ritzel (von außen gezählt) aufgelegt sind, sollte die Kette parallel zur Fahrtrichtung verlaufen.

Unser Tipp!

Schnell mal die Schaltzüge ölen? Schalten Sie hinten auf das größte Ritzel. Nun schalten Sie wieder runter auf das kleinste, aber OHNE die Pedale zu bewegen. Ergebnis: Der Schaltzug ist jetzt so locker, dass man ihn aus allen Gegenhaltern des Rahmens (sofern diese geschlitzt sind) aushängen kann. Jetzt verschiebt man die Außenhüllen so, dass man an die zu ölenden Stellen des Innenzuges kommt. Einölen, Außenhülle zurückschieben, Zug wieder einhängen: Fertig! Vorne funktioniert das genauso!

  • Die versteckte Ursache vieler Schaltfehler:
    Das Schaltauge ist - etwa durch einen Sturz verbogen. Zur fachgerechten Kontrolle benötigt man ein zweites Hinterrad und den Zollstock. Das Schaltwerk wird ab- und die Hinterradachse eingeschraubt. Dann misst man, ob beide Felgen exakt parallel stehen, also rundum den gleichen Abstand haben.
    Wenn nicht, ist bei Alurahmen ein neues Schaltauge nötig. Am Stahlrahmen kann eine leichte Verformung wieder zurückgebogen werden zur Not mit dem Ersatzhinterrad, besser aber mit Spezialwerkzeug beim Fachhändler.
  • Wichtiger Check vor dem Einstellen: Zugreibung. Bei ausgehängtem Schaltzug geht das ohne komplizierte Messgeräte, indem man jeden Abschnitt der Zugaußenhülle einzeln und von Hand kontrolliert und bei erhöhtem Widerstand den Innenzug ölt oder gegebenenfalls austauscht  genau wie einen Innenzug mit Knickstellen oder ausgefransten Litzen.
  • Der Weg des Schaltzuges sollte insoweit geebnet sein, dass eine reibungslose Kommunikation zwischen Schalthebel und Schaltwerk ablaufen kann. Dazu sollte der hintere Schaltzugbogen einen Durchmesser von ca. 10 cm haben. Am Rahmen kommt es auf eine knick-freie, schnörkellose Verlegung an. Vorn am Lenker sollten die Außenhüllen so lang sein, dass ein voller Lenkeinschlag möglich ist.