Die richtigen Fahrradreifen

 

Reifenprofile

         
Für schmale Straßenreifen bis etwa 28 mm gilt:
Das beste Profil ist gar kein Profil. Aufgrund des hohen Reifendruckes, mit denen diese Pneus gefahren werden, bildet sich zwischen Reifen und Straße lediglich eine kleine Abflachung, so dass sich der Reifengummi intensiv in die kleinsten Fahrbahnunebenheiten "verkrallen" kann. Profile mindern außerdem den Leichtlauf des Reifens, je ausgeprägter sie ausfallen. Schuld daran sind die den Reifenleichtlauf behindernden ungleichmäßigen Noppen oder Stollen.

Eine ganz feine Profilierung bei Rennrad-Reifen macht jedoch Sinn: Liegt auf der Straße feiner Sand, werden dessen Partikel in die Profilvertiefungen  geschoben, die Profilspitzen aber greifen durch auf den Asphalt.

Breite Straßenreifen werden mit geringerem Luftdruck gefahren; die Aufstandsfläche zwischen Reifen und Straße ist größer. Folge: Die dickere "Gummiwurst" krallt sich deutlich weniger intensiv in den Straßenbelag, der Reifen insgesamt "greift" nicht so gut. Profiliert man ihn aber, so berühren einzig die vorstehenden Profilbereiche die Straße. Die Kontaktfläche verkleinert sich, jetzt "greift" auch der breite Reifen.

Reifen für Naturstraßen und Gelände müssen auch auf sandigem oder matschigen Untergrund Traktion und Spurtreue unter Beweis stellen. Dem Trekking-Reifen werden zu diesem Zweck zierliche und höherstehende Profilstollen angelegt, der MTB-Pneu bekommt größere, die weiter  useinanderstehen. In beiden Fällen kommt auf die einzelnen Stollen viel Druck; so können sie bis zum festen Untergrund "durchgreifen". Der Nachteil solcher MTB- und Trekking-Reifen: Die hohen Stollen verbiegen sich bei Richtungsänderungen und in der Kurve laufend. Das führt zu leicht schwammigem Fahrverhalten. Außerdem nimmt man - sofern mit ausgeprägten MTB-Stollenreifen auf Asphalt unterwegs - ein ebenso lautes wie rubbeliges Abrollverhalten in Kauf.

Immer beliebter werden daher sogenannte "Schulterstollen-Reifen".
Dieser Reifentyp weist in der Mitte seiner Laufbahn entweder überhaupt keine oder nur eine schwache Profilierung auf. Dafür werden ihm seitlich, an der Reifenschulter, recht kräftige Stollen mit auf den Weg gegeben.
Sinn: Wo keine Stollen nätig sind - auf Asphalt und festen Naturstra§en - rollt der Schulterstollen-Pneu leicht, leise und spurtreu auf der zentralen Mittelfläche. Sobald er auf sandigem Untergrund oder im Matsch jedoch einsinkt, beginnen die groben Stollen auf seiner Flanke zu "greifen".

Ähnlich wirkt der Mittelsteg-Reifen: In der Mitte seiner Lauffläche sorgt ein unprofilierter Steg, der häher ist als das restliche Reifenprofil, ebenfalls für angenehmes Abrollverhalten auf Asphalt.
Auf sandigem oder weichem Boden greift dann das restliche Reifenprofil.
Übrigens: Dieser Reifentyp erlaubt den Einsatz eines Rollendynamos.

 

Was Sie noch wissen sollten

  •  Fahren Sie stets mit einem ausreichend stark aufgepumpten Reifen, also dem mittleren bis oberen Wert des auf der Reifenflanke angegebenen Reifendrucks. Damit verhindern Sie die häufigste Ursache für einen Schlauchdefekt: die Quetschung des Reifens zwischen einem Hindernis und der Felgenkante ("Durchschlag").
    Weiterhin kommt es so nicht zu brüchigen Reifenflanken, weil sich ein praller Reifen beim Abrollen kaum verformt und somit die Reifenflanken weniger "durchgeknetet" werden.
  • Bewahren Sie Ihr Fahrrad über Winter möglichst hängend auf. Längerer Bodenkontakt schadet den Reifen.
  • Entdecken Sie Risse im Reifengummi oder gar lose Fäden in der Reifen-Karkasse, Reifen umgehend gegen neues Exemplar austauschen..